Hefeklöße

Mein Kind isst sehr gern Hefeklöße. Und wenn es krank ist und ich mit ihm daheim bin, gibt es welche, denn auch ich mag die sehr gern. Vor allem aber dazu die Erinnerung an die schönen Sommer meiner Kindheit.

In den großen Sommerferien gab es meist einen Tag, an dem mein bester Freund und ich zu seiner Oma radelten. In meinen Sommerferienerinnerungen war es immer warm und trocken und im Neubaugebiet, wo Oma W. wohnte gab es keinen Schatten, weil dort nur kleine, mickrige Bäumchen standen.

Wenn wir ankamen, stand schon ein Topf mit dicken, großen selbstgemachten Hefeklößen bereit und dazu ein noch viel größerer Topf mit gekochter Erdbeersoße. Die war so süß, dass man beim Essen Kopfschmerzen bekam. Ohne Hefekloß konnte ich die gar nicht essen, aber Kloß ohne Soß‘ wäre auch keine Option gewesen.

Dann begann das große Fressen und der Versuch, den anderen in der Zahl der vertilgten Klöße zu überbieten. Es war unmöglich, alle zubereiteten Hefeklöße aufzuessen.

Ich habe keine Ahnung, wie Oma W. die Hefeklöße zubereitet und wie sie die Erdbeeren verarbeitet hat. Mein Freund und seine Oma sind schon einige Jahre tot.

Mir und meinem Kind reichen die gekauften Tiefkühlhefeklöße, für die Soße nehme ich meist Tiefkühl-Erdbeeren und -Sauerkirschen. Die koche ich dann mit etwas Zucker auf. Wenn ich denke, eigentlich wär es jetzt schon süß genug, mache ich immer noch einen Löffel extra ran – für Oma W.

Und dann sitze ich mit dem Kind am Tisch, titsche den Hefeteig in die Soße und erinnere mich an wunderschöne Sommer.

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